Eine ganz normale Reise

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Team Baer saß in seinem Aufenthaltsraum und entspannte sich von der letzten Mission. Franz, der Pilot der Truppe, saß in einem bequemen Sessel am Fenster und zockte auf seinem Just ein Jump an Run Adventure. Es war ein Klassiker aus dem 21 Jahrhundert und wurde immer wieder neu und verbessert publiziert, obwohl das Grundprinzip das Selbe blieb. Der Schimpansenbeta brauchte immer etwas zu tun, sonst fühlte er sich einfach nicht wohl. Gelegentlich griff er mit seinem rechten Fuß nach der Bierdose, die auf dem Boden vor ihm stand und trank während er spielte. Der Pilot hatte es schon immer als äußerst praktisch empfunden quasi vier Hände zu besitzen. Gut, seine Schuhe waren eine Spezialanfertigung und sein lieber Mutterkonzern, Gauss Industries, hatte ihm eben selbige auf seinen Buyback geschrieben, aber der war eh ziemlich hoch, da machten es ein paar C mehr oder weniger auch nicht aus. Außerdem hatte er die C auch schon in der ersten Mission wieder eingespielt, als sie zwar ihren Anführer, einen Menschen, verloren, aber ein Ancient Artefakt gefunden hatten. Dass sie diesen Menschen verloren hatten, erwies sich für das Team als großes Glück. Denn nach ihm kam ein weiterer Beta ins Rudel. Lieutenant Commander Turtal Desert, ein Gopherschildkrötenbeta. Er war zwar ein komischer Kerl, aber sehr fähig. Seine ruhige Art Probleme zu lösen hatte ihm schnell sämtliche Sympathien der Justifiers, seiner Justifiers, eingebracht. Turtal Desert saß Zigarre rauchend und mit den Händen hinter dem Kopf verschränkt in einem komfortablen Ohrensessel und lächelte. Niemand wusste warum und worüber, aber es fragte ihn auch niemand. Sie hatten eine einfache Regel für sich aufgestellt. Sollte er Informationen haben, die sie wissen mussten, teilte er sie ihnen mit. Wenn nicht, dann nicht. Ansonsten ließen sie ihn in Ruhe. Ihr Teamchef hatte als einziger seinen Buyback abgegolten und war frei. Dennoch blieb er bei GI. Wenn er nicht gerade in Rüstungen steckte, die er nur selten trug, steckte er meist in beigen Stoffhosen mit dazu passenden Hemden und Jacken. In der Brusttasche seiner Jacke befanden sich stets vier Zigarren. Noch nie hatte einer seiner Leute ihn ohne diesen handgedrehten Stumpen gesehen. Selbst ein Rauchverbot hielt ihn nicht davon ab, eine Zigarre im Mundwinkel zu haben. Sakaali und Mac, die beiden Scouts der Gruppe saßen am Tisch und schauten ein Fußballspiel im 3D Cube. Sie waren beste Freunde und kaum voneinander zu trennen und das obwohl sie eigentlich recht unterschiedlich waren. Sakaali war ein Schakalbeta. Er war eher von kleinerer drahtiger Gestalt, mit gelblich-grauem Fell und spitz zulaufenden Ohren. Sakaali war ein geselliger Bursche, der gern lachte und sich gut mit seinem Kameraden verstand. Wenn es ihm vergönnt war vermied er Kämpfe oder griff aus der Deckung heraus an. Im Gegensatz dazu war Mac größer und muskulöser. Sein glänzend schwarzes Fell gab ihm etwas bedrohliches, auch wenn sein buntes Hawaiihemd, das er außerhalb von Missionen trug, dem entgegen wirkte. Er war ein ruhiger Typ, der meist einfach nur seine Ruhe haben wollte. »Das war ein Foul!« brüllte Mac und sprang auf. Sakaali blickte erst Mac an, um dann auch aufzuspringen. Kurz darauf versanken die beiden in Tiraden gegen den „blinden“ Schiedsrichter. Corvum, der auf dem schon etwas abgesessenen Kunstledersofa saß und ein Buchpad in seinen Händen hielt, blickte missbilligend auf. Der Rabenbeta war in einer Lektüre über menschliche Sprache vertieft gewesen. Er war der Wissenschaftler der Truppe und war irgendwie immer beschäftigt. Das war auch gut so, denn wenn er nicht beschäftigt war fielen ihm viel zu viele Streiche ein, die dann auf Kosten seiner Leute gingen. Obwohl Gauss Industries etwas gegen seinen Kleiderstil hatte, ließen sie es ihm durchgehen. Corvum hatte vor Jahren eine Neuverfilmung eines beliebten Klassikers aus dem einundzwanzigsten Jahrhundert gesehen. Seit dem trug er einen abgetragenen Lederhut mit breiter Krempe und einen langen Ledermantel, der ihm fast bis zu den Knöcheln reichte. Seine hellbraunen Hosen und Hemden, waren stets gleich geschnitten. Seine Hosen hatten viele Taschen, aus denen er immer etwas zaubern konnte und wenn es sich dabei nur um ein Bonbon handelte. Wo die Anderen aus dem Team steckten, wusste niemand so genau. Vermutlich in Schuhmann-Stadt, um ein wenig durch die Läden zu bummeln. Turtals Just piepste. Corvum legte den Kopf schief und schaute seinen Vorgesetzten verwundert an. Auch die beiden Scouts drehten sich um, denn dieser Klingelton konnte nur eines heißen, der Konzern wollte etwas von ihnen. In seiner betont ruhigen Art, nahm Turtal das Gespräch an. »Zu Diensten. « »Na das will ich doch hoffen.« kam eine freundliche Stimme aus seinem Just als Antwort. Das war eindeutig die Stimme von Captain Susanne Freitag, der Urlaub war wohl vorbei. Franz verdrehte die Augen. Sie waren doch erst seid kurzer Zeit wieder zurück. Als Sklave hatte man eindeutig nicht viel Freizeit, aber so kurz war eine Pause noch nie gewesen. Oder konnte es vielleicht doch etwas anders sein? Lieutenant Commander Desert setzte sich auf und schaute seine Vorgesetzte freundlich an, während er genüsslich an seiner Zigarre zog. »Ich erwarte Sie und ihr Team in zwanzig Minuten im Besprechungsraum zwölf.« kam der knappe Befehl, den Desert bestätigte. »Ihr habt es gehört Jungs, der Stress ist vorbei und der Spaß beginnt wieder.« er lächelte. Die Angesprochenen bekamen nur ein gequältes Lächeln auf ihre Lippen. Sie hätten sich gern noch ausgeruht. »Corvum, kontaktiere den Rest, ich will, dass sie pünktlich hier sind.« gab sein Chef Anweisung und verließ den Raum. »Hätte der Captain nicht zwanzig Minuten später anrufen können? Ich meine das Spiel ist zwar fast vorbei, aber es kann sich doch noch alles ändern.« maulte Sakaali. »Kannst dir das Spiel doch auf dem JUST anzeigen lassen und wenn du den Ton ausstellst, fällt es ihr bestimmt auch nicht auf.« Franz zwinkerte ihm zu. Einen Augenblick lang wirkte es so, als ob der Schakalbeta den Vorschlag wirklich in Erwägung zog. [Zwanzig Minuten Später] Zu den schon bereits vor Ort gewesenen Betas hatten sich nun auch noch eine Waschbärenbeta, ein Katzenbeta und ein Tigerbeta gesellt. Sie alle standen um einen ovalen Tisch, der aus einem teuren Tropenholz gefertigt war, herum und schauten auf die 3D Darstellung eines Planeten. »Das hier ist Viidakko 3. Der Planet schwebt um eine Standard Sonne in der habitablen Zone. Er hat zwei Monde, « Captain Freitag deutete auf die zwei kleinen Kugeln, die den Planeten auf unterschiedlichen Bahnen umkreisten. »die für starke Gezeiten verantwortlich sein dürften. Unsere Experten gehen davon aus, dass die Atmosphäre atembar ist und dass die Gravitation vermutlich um die 1G betragen sollte.« Corvum blickte die Stellvertretende Leiterin an. »Verzeihen sie mir, aber ich habe mir hier gerade einmal die Daten angesehen und irgendwie sind diese Daten sehr vage.« Susanne Freitag winkte ab. »Ja wir hatten einige kleinere Ungenauigkeiten bei der Datenanalyse, aber es gibt keinen Grund zur Beunruhigung. Wir würden uns ja auch liebend gern noch mit diesen Daten befassen, doch leider haben wir erfahren, dass UI bereits eine Einheit auf den Weg gebracht hat. Daher stehen wir ein wenig unter Zeitdruck. Ein Shuttle wird gerade vorbereitet.« Sie schauten einander an. Das würde also wieder ein wilder Ritt werden. Macan lächelte, der Tigerbeta lächelte immer wenn er sich gewalttätige Handlungen vorstellte. Der Sibirische Tigerbeta war ihr Waffenexperte und stets bereit für einen Kampf und dass es auf einen Kampf hinaus laufen würde war allen klar. Immer, wenn ein fremder Konzern mit involviert war, floss Blut. »Sie haben jetzt noch dreißig Minuten, bis die Mission beginnt. Also packen sie ihre Sachen. Alles, was sie an Ausrüstung benötigen, steht bereit. Sollten Sie noch Wünsche haben, dann lassen Sie es mich wissen und ich sehe was sich machen lässt.« mit den Worten drehte sie sich um und verließ den Raum. »Mir schmeckt das nicht.« sagte Corvum, der noch immer skeptisch die Daten musterte. »Alles, was die Daten mit Sicherheit aussagen, ist, dass es dort einen Planeten gibt, um den zwei Monde kreisen.« Turtal Desert lächelte in die Runde und meinte dann, während er die Zigarre aus den Mund nahm »Na dann wissen wir doch alles, was wir wissen müssen.« Der Rabenbeta schüttelte den Kopf, aber schwieg. »Warum denn ausgerechnet wir? Ich meine wir sind doch kaum zurück und schon müssen wir wieder los?« beschwerte sich Baltasar. Er war ein Katzenbeta und der Arzt des Teams Baer. »Ach nun reg' dich doch nicht auf. Je mehr Missionen wir fliegen, desto schneller verdienen wir unseren Buyback und sind frei.« hielt Hen'na dagegen. Sie war die Technikerin und hatte ein Händchen für fast jedes elektronische Gerät. Auch wenn die Waschbärenbeta ab und zu etwas über die Stränge schlug, was ihren Reinlichkeitssinn anging, mochten sie die anderen sehr. Da sie die einzige Frau unter ihnen war, beschützten sie sie. Hen'na war zum Maskottchen des Teams geworden, eine Rolle mit der sie sichtlich gut klar kam. Es dauerte keine Zehn Minuten, bis sie beim Shuttle ankamen. So standen sie nun vor dem Shuttle, welches gerade noch beladen wurde. Im Fahrzeughangar befanden sich eine Gauss Libelle ein TTA JATV und zwei Enclave Offroader. Der Wohncontainer waren ebenfalls verladen, ihr Heim für mindestens ein halbes Jahr. Als Franz das Cockpit des kleinen Raumfahrzeuges betrat weiteten sich seine Augen vor Staunen. Gauss Industries hatte ihnen ein drei Personen Cockpit eingebaut. Als er sich die Konsolen und Bordsysteme anschaute, stellte Franz fest, dass auch bei den Komponenten nicht gespart worden war. Sie hatten ihnen eine komplett ausgestattete Krankenstation spendiert, dazu einen Satelliten für die Planetenerkundung und noch einiges mehr. Sacht, fast zärtlich, strich der Schimpansenbeta über die Instrumententafel. Das Shuttle war mit einem STPD Stellar Antrieb ausgestattet, hatte ein UI Pilotpet und eine Aries Lightbringer. Diese Waffensysteme waren fast Standard. Das fest montierte UI Pilotpet war direkt unter dem Cockpit angebracht und wurde vom Piloten abgefeuert. Die Aries Lightbringer, war ein Lasergeschütz, dessen Feuerleitstand in einem extra Raum hinter dem Cockpit war. Darüber hinaus gab es noch einige Stationen. GI hatte sich für diese Exploration wirklich ins Zeug gelegt und Franz fragte sich allmählich, ob sie nicht eher in den Krieg zogen, als einen Planeten zu erforschen. Turtal klopfte Franz auf die Schulter. »Setz dich mein Junge, wir wollen gleich los.« Der Gopherschildkrötenbeta setzte sich auf den Platz des Copiloten und richtete seine Station ein. Corvum, der ebenfalls im Cockpit stand, setzte sich auf den Platz des Navigators. Als alle Justifiers signalisierten, dass sie bereit waren zündete Franz die Triebwerke. Das Shuttle war wirklich großartig ausgestattet und Baltasar hatte tatsächlich angefangen zu schnurren, als er die Krankenstation gesehen hatte. Sie war das Neuste vom Neuen und hatte sogar einen Gardener Pharmarceutical Full Bodyscanner. Macan hätte, hätten es seine Stimmbänder hergegeben, vermutlich auch geschnurrt, als er den voll ausgestatteten Waffenschrank, sowie Ausrüstungsschrank entdeckt hatte. Da er aber nicht schnurren konnte, begnügte er sich mit einem breiten zufriedenen Lächeln. Hen'na hatte vor Freude mehrmals geniest und sich immer wieder mit der Händen über die Schnauze gerieben. Der Konzern hatte den Justifiers überdies auch noch eine Reparaturvorrichtung und ein paar 2OT Reparaturdrohnen spendiert. Langsam schwebte das Shuttle auf das im Orbit befindliche TransMatt Portal zu und niemand glaubte bei der Ausrüstung, dass es eine ganz normale Reise werden würde.

Quellen

  1. Just News Underground 5
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