Interview mit Jazz McShreddar

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Interview mit Jazz McShreddar

Flimmernd erwacht der ultraflache Bildschirm zum Leben. Es knistert einmal bis sich die Nanolautsprecher konfiguriert haben, dann hört man klar die sympathische Frauenstimme der Fuchsbetadame des Abendprogramms.

„…Katastrophe die durch die hochqualifizierten Spezialeinheiten von Gauss Industriers abgewehrt werden konnte. Doch kommen wir nun zu unserem nächsten Bericht hier bei „Gauss-Now“, ihrem Betamagazin zu Themen welche sie interessieren! Wie jede Woche haben wir für sie ein Interview mit einem Justifier vorbereitet welcher über seine Erfahrungen berichtet. Dieses mal gab uns Jazz McShreddar die Ehre. Doch sehen sie selbst!“

Die Szene verschwimmt. Es folgt ein kurzer Werbespot zu Gauss Industries und dem guten Leben, welches man in diesem Unternehmen führt. Danach sieht man wieder die Betadame von zuvor. Statt in einem Nachrichtenstudio steht sie nun in einem typisch sterilen Flur eines der großen Wohnkomplexe. Aus dem Zimmer, vor dessen Tür sie steht, dringt laute Techno Musik mit Xeno Einflüssen. Bizarre Tonfolgen werden mit nicht menschlichen Musikinstrumenten unter gemischt und schaffen einen befremdlichen aber fetzigen klang.
„Dies ist das Appartement von Jazz McShreddar, Justifier und angehender Experte in Geologie, Archäologie und Computertechnik im Dienste von Gauss Industries. Er versprach uns heute möglichst all unsere Fragen zu beantworten und wir sind gespannt, wie sehr er sein Wort hält.“ Sie drückt die Klingel. Sogleich verstummt die Musik und man hört eine weibliche Computerstimme innerhalb des Zimmers. „Jazz, das Fernsehmäuschen ist da. Darf ich sie weg schicken?“ „Sarah, Standby Modus.“ Erklingt die typisch helle Männerstimme eines Betas kleinerer Rassen im Zimmer. Kurz darauf schiebt sich zischend die vollautomatische Metalltür zur Seite. Es erscheint der knapp 1,50 große Waschbärbeta mit der typischen Fellmusterung in der Tür. Er trägt Sandalen, eine weite Dreiviertelhose mit vielen großen Taschen und über einem weißen T-Shirt ein offenes hawaiianisches Hemd. Auf der Nase ruht eine schlichte Brille mit grünen Gläsern. Es folgen die üblichen Begrüßungsfloskeln und Vorstellungen ehe man sich in die Wohnung begibt. Es ist eine typische 1 Zimmer Wohnung mit kleiner Kochnische, Hochbett, in die Wände integrierten Schränken und trostlos gräulich gestrichenen Wänden. Das Bild schwenkt einmal über das absolute Highlight der Wohnung: Einer Wand auf der unzählige verschieden große Bildschirme befestigt sind und über einen langen Schreibtisch eine ganze Ansammlung an Eingabegeräten verteilt ist. Leises Summen verrät die arbeitenden Computer, welche vermutlich in die Wand integriert wurden. Allgemein wirkt alles äußerst ordentlich. Alles ist parallel oder im rechten Winkel zueinander angeordnet, man entdeckt keinen Müll, keine Unordnung, keinen Dreck. Jazz und die Reporterin machen es sich auf zwei Sesseln bequem, welche der Optik nach nicht in die sterile Wohnung passen und vermutlich für das Interview bereitgestellt wurden.

„Jazz, erzählen sie, was ist das spannendste an ihrem Leben als Justifier?“ „Mmh… naja… also man kommt viel rum. Gibt immer neues zu entdecken, das ist schon spannend. Dazu gibt’s immer irgendwas oder wen, wo ein Gespräch mit meiner Veloc sucht, wenn de verstehst?“ „Wie Aufregend! Wurden sie denn mal bei solchen... Gesprächen… verletzt?“ „Na klar, man fängt immer ma wieder ne Kugel. Oder wird gebissen. Oder gekratzt. Oder rumgeschleudert. Oder muss sich vor ner Explosion retten. Bisher gings aber ja immer gut aus wie de siehst.“ „Welch ein Glück! Wird das auch ihren Teamkollegen zuteil?“ „Mmh… meistens. Also… so richtig verlorn haben wir erst einen. Klaus. Ja ich glaub so hieß der. War halt n Mensch, ne? Die sind nich immer ganz so zäh. War aber echt blöd.“ „Ohje, dürfen sie mir dazu was erzählen?“ „Nein.“ „Verstehe. Erzählen sie Jazz, was macht ein Justifier wie sie zum Zeitvertreib zwischen den Missionen?“ „Naja… eh… manchmal mit Kollegen in die Bar. Übungen dann am Tag, müssen ja fit bleiben. Meistens aber Fortbildung hier so.“ Jazz deutet mit stolzem Funkeln im Blick zu seinen Monitoren. „Gibt immer was zu tun. Just Upgrades, Codes entschlüsseln, Routinen weiter entwickeln, Nachrichten durchsehn und aufm Laufenden bleiben. Kontakte pflegen. So Sachen eben. Kannst mich ruhig Nerd nennen, ich mach’s gern.“ „Nicht doch, ihr macht einfach nur einen fleißigen und pflichtbewussten Eindruck! Wollen sie mir ein wenig was über ihr Team erzählen?“

„Klar, kann ich machen. Da gibt’s den Skoll. Wolfbeta. Bisschen brutal. Immer nen Messer dabei wenn die Krallen nich reichen. Findet mit seiner Nase aber immer was zu futtern wenn uns der Proviant knapp wird. Nervig is nur, dass der immer sein Indianer Geister Voodoo Scheiß überall aufhängt. Dann bin ich noch oft mit dem Frank unterwegs. Eisbärbeta. Auch n brutaler Kerl. Trotz Bauch gut auf den Beinen. Will nich vor seinem Schwert stehn wenn der das schwingt. Is aber super Deckung bei Feuergefechten. Der steckt ganz schön was weg.“ „Und ihr arbeitet gut zusammen? Klingt ja nach einer interessanten Mischung.“ „Klar, wir ergänzen uns. Während ich Türen knack, Routinen schreib oder den Feind nieder baller passen die auf, dass mir keiner zu nah kommt. Is schon echt gut mit denen. Klar, jeder hat so seine Eigenheiten. Wenn ich mir deren Lagerordnung anseh, da richten sich mir die Nackenhaare auf. Aber ich bring denen schon noch bei was Sauberkeit und Ordnung heißt.“ „Geologie, das ist ein interessantes Themengebiet. Können sie uns etwas Spannendes zu ihrer Spezialisierung erzählen?“ „Mmh… naja… wirklich spannend is das nich. Eigentlich bohrt man da nur im Boden rum und scannt die Proben. Oder man is eben im Shuttle und hat da sein ersten Scan. Sucht dann so gute Landestellen, Orte wo man Relikte finden könnt oder seltene Erze. Lieber hack ich mich da in feindliche Systeme. Das macht Spass. Stell dir ma vor du bist auf ner Raumstation, dein Kumpel hat den Alarm ausgelöst und nu musst du dein Team da raus kriegen. Echt hilfreich wenn man so Sachen wie Selbstschussanlagen, Türschlösser oder die Selbstzerstörung im Griff hat sag ich dir.“ „Raumstationen und Selbstzerstörung? Das haben sie aber doch bestimmt noch nie in Kombination ausführen müssen, oder?“ „Justifier tun was se müssen um ihre Mission zu erfülln. Sonst gibt’s nur Ärger und keine Bezahlung.“ „Beeindruckend. Angenommen sie könnten sich die Berufung zum Justifier aussuchen, würden sie diesen Weg wieder wählen?“ Jazz setzt kurz an etwas zu sagen, zögert dann aber. „Ja… eh… natürlich… is doch toll jedes Drecksloch das Universums nach Schätzen zu durchsuchen…“ „Das klingt nicht ganz so glau…“ Aus seinem Just ertönt plötzlich die Firmenhymne von Gauss Industries, welche die Reporterin mitten im Satz unterbricht. Nach einem äußerst unflätigen Fluch gehalten in chinesischer Sprache wirft er einen gehetzten Blick auf sein Just. „Sorry Mäuschen… Einsatz. Bin ein Fan aber muss dich jetz weg schicken. Add mich bei Facebeta, dann können wir ma bei nem Drink quatschen.“ „Gerne. Vielen Dank für das Gespräch und viel Glück.“

Eilig wird die Wohnung verlassen. Die Tür schließt sich direkt hinter der Reporterin. Dumpf klingt Jazz Stimme dahinter. „Sarah, Ausrüstung, wir müssen los.“ Die Reporterin postiert sich wieder vor der Tür, richtet kurz ihre Frisur und erhebt erneut die sympathische Stimme. „Und wieder wird eine unserer mutigsten Seelen ausgeschickt neue Welten zu entdecken. Wünschen wir Herrn Jazz McShreddar und seinem Team viel Glück während ihrem nächsten Einsatz, wohin auch immer dieser führen wird. Durch die ungeplant verfrühte Unterbrechung des Interviews, sehr geehrte Zuschauer, wird gleich im Anschluss das Modemagazin Furry-Fashion-Nation vorgezogen. Freuen sie sich mit mir zusammen auf die neusten Trends unserer Ikonen rund um die Galaxis. Ich bi…“

Hinter der Reporterin schwingt die Tür erneut auf. Eingehüllt in die Standard Version des Peltast Alpha 1 über welchen das lockere Hawaiihemd getragen wird drängelt sich Jazz vorbei. Im nicht ganz verschlossenen Rucksack erkennt man Kabelwirrwarr, verschiedene Displays und ein paar Protein Riegel. Auf dem Rücken trägt Jazz seine große modifizierte Veloc. Deutlich daran zu erkennen ist der am Unterlauf montierte Granatenwerfer und der flackernde Laserpointer. Die Kamera folgt dem eilig den Flur entlang eilenden Justifier während die Reporterin ihren Bericht beendet. Als die Werbung beginnt wird der Fernseher ausgeschaltet.

Erläuterungen

  1. Diese Kurzgeschichte ist geschrieben von Benutzer Aurillian und ist kein offizieller Kanon.

Quellen

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