Stimulated

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„Mach doch schneller“, knurrte Ajani den Techniker an und ballte seine Fäuste. Im Not- fall würde er eben mit seinen Pranken die Tür durchbrechen. Die Situation war wirklich zum Fluchen. Eigentlich hatte sich ihr Auftrag gar nicht so schwierig angehört. Hari Rahul, der CEO auf dem ziemlich unbedeutenden Planeten Gardner II, hatte sich nach einer relativ leich- ten Zielperson für ihren Entführungsauftrag angehört. Erst vor vier Stunden waren sie in Bahami, der einzigen Metropole auf diesem Planeten, gelandet. Ihr Pilot Boris fiel mit ih- rem Shuttle mit dem er um die riesige Zentrale von IBAN kreiste nicht weiter auf. Das Chaos, das auf den Straßen und in der Luft von Baha- mi herrschte, lenkte sämtliche Aufmerksam- keit ab. Erzeugt wurde es durch die wie aus dem Nichts aufgetauchten Schiffe mit der nur all zu bekannten beil-torpedo Form. Das war noch nicht einmal eine halbe Stunde her gewe- sen. Jeden Augenblick konnten die Collectors kommen und Dom, der Techniker, bekam die scheiß Tür nicht auf. Ajani bezweifelte außer- dem, das sein Team, das die IBAN Zentrale stür- men wollte, der Security mit ihren Sensoren und der Videoüberwachung entgangen war. „Ich hab's, Captain“, rief der Waschbärbeta er- leichtert. Ein leises Summen und Klicken bestä- tigte die Entriegelung der Tür. Mit Hilfe eines kräftigen Tritts von Roberta öffnete sich die schwere Tür und gab den Blick frei auf einen langen, sterilen Gang, in dem sich beidseits je- weils im Abstand von zwei Metern Türen zu zahllosen Räumen befanden. Das Büro des CEO lag Doms Angaben nach am Ende dieses hun- dert Meter langen Ganges. Die Justifiers stürmten los. Sie hatten keine Zeit zu verlieren. Durch den Krach, der das Öff- nen der Tür verursacht hatte, stürmte die Se- curity dieses Stockwerks in den Gang. Ajani, der Captain, rannte an erster Stelle. Der Löwenbeta war bestens trainiert auf den Nah- kampf, was ihm in der aktuellen Umgebung einen deutlichen Vorteil verschaffte. Er ver- zichtete auf sämtliche Waffen, da nichts die Ge- schwindigkeit und dadurch die Tödlichkeit steigern konnte, die er mit seinen messer- scharfen Krallen entfesseln konnte. Jetzt hatte Ajani den ersten Wachmann er- reicht und bevor dieser die Lage richtig ein- schätzen konnte, beförderte er ihn mit einem einzigen Schlag mehrere Meter durch den Gang, wo er reglos liegen blieb. Ein paar seiner Kollegen schrecken zurück, allerdings nur um ihre Waffen zu ziehen. Roberta zögerte keinen Augenblick und zog mit ihrer aufheulenden Veloc eine blutige Fur- che durch die Reihe der Wachmänner, die we- gen der Enge des Ganges keine Ausweichmög- lichkeiten hatten. Hinter ihr kamen Dom und Jenkins, die Ärztin und Schlagenbeta, hervor- gestürmt. Sie wollten sich auf die Gegner stür- zen und wirkten etwas enttäuscht, als sie fest- stellen mussten, dass Ajani gerade mit seinen Pranken, aus denen lange, scharfe Krallen schossen, nicht nur das Fleisch des letzten Gegners zeriss, sondern auch problemlos durch dessen leichte Panzerung schnitt wie durch Butter. „Captain, Captain“ kam aus dem Just Boris' Stimme. „Die Shuttlesensoren messen einen drastischen Anstieg irgendeiner Chemikalie in der Luft. In der Datenbank ist sie allerdings nicht aufgeführt. Die Schnellanalyse des Shutt- les liefert Indizien dafür, dass es sich um eine Art von Neurostimulazien handelt. Ich konnte bis jetzt allerdings noch keinen Effekt erken- nen, weder bei mir noch bei den Leuten am Bo- den. Die Panik die da unten herrscht, hat ja be- kanntlich andere Gründe.“ „Was für eine kranke Scheiße haben die sich denn nun wieder ausgedacht. Lasst uns das hier so schnell wie möglich erledigen und von hier verschwinden!“, rief Ajani und lief auf die Tür am Ende des Ganges zu. Die besiegten Geg- 2ner würdigte er genauso wenig eines Blickes, wie den Seitentüren. Gott sei Dank waren die Sesselfurzer, die hier normalerweise arbeite- ten, bereits evakuiert worden. Lediglich dieser verflucht pflichtbewusste CEO war in seinem Büro geblieben, um die Kapitulation mit den Collectors auszuhandeln. Aber darauf konnten sie nicht warten. Solange die Collectors noch auf dem Weg waren, hatten die Justifiers noch eine, wenn auch geringe, Chance ihren Auftrag erfolgreich erledigen. „Zurück! Captian!“, rief Roberta, „Die Bürotür des CEOs kriegst selbst du nicht auf, diese Art von Panzertür braucht eine besondere Behand- lung. Lass mich mal mein Catapult ausprobie- ren.“ Noch bevor Ajani reagieren konnte, wurde er durchgerüttelt und er spürte wie Kugeln gegen seinen Triari Alpha I prallten. Erleichtert stell- te er fest, dass Dom nicht übertrieben hatte, diese Rüstung war echt eine der besten auf dem Markt. Im gleichen Moment hörte er einen Aufschrei. Es war Dom. Er war von ei- nem Projektil getroffen worden. Von dem Blutstrom zu schließen, hatte es seine rechte Schulter getroffen. Der Techniker war zwar echt ein schlauer Kerl, aber für eine Rüstung, wie die von Ajani mangelte es ihm leider an Kraft. Und so sank Dom mit schmerzverzerrten Gesicht gegen die Wand und dann zu Boden. Ir- ritiert starrte Ajani Roberta an und fragte sich, was in sie gefahren war. Roberta ihrerseits hat- te ihre Veloc erhoben und feuerte. Allerdings in die entgegengesetzte Richtung um damit den Wachmann, den Ajani zuvor durch den Gang geschleudert hatte, zu durchsieben. Wie hatte es dieser geschafft sich wieder auf zu rap- peln? Ajanis Schlag hatte ihm mit Sicherheit sämtliche Rippen gebrochen. Wie konnte man da wieder aufstehen? Aber hier und jetzt war nicht die Zeit sich über komische Dinge zu wundern, sie müssten hier weg. Und als ob Boris seine Gedanken gelesen hätte, kam seine Stimme durchs Just. „Ähm Captain, ich will euch ja nicht beunruhigen. Aber gerade sind etwa ein dutzend Collectors in Vollpanze- rung in eure schöne Zentrale gelatscht. Ihr solltet euch lieber etwas beeilen, wenn ich von euch noch etwas mit nach Hause nehmen soll.“ „Roberta, mach die Tür auf! Jenkins schau nach Dom, so ein Streifschuss wird ihn schon nicht umgebracht haben“ , kommandierte Ajani. Als Roberta die Sicherung ihrer Unterlaufwaffe entriegelte, hatte sich die Ärztin schon über ih- ren verletzten Kameraden gebeugt. „Er lebt noch!“ rief Jenkins „Er ist nur bewusst- los. Wir können ihn noch retten. Dom!“ Sie verpasste Dom einen Klaps in der Hoffnung ihn dadurch wieder zu Bewusstsein zu bringen. „Na dann werd ich ihn mal wach rütteln“ , sag- te Roberta, visierte das Türschloss an und feu- erte. Mit einem ohrenbetäubenden Knall, wurde die Tür aus ihren Angeln gerissen. Aus den Augenwinkeln sah Ajani, wie sich Dom leicht bewegte. Beruhigt darüber, konzentrier- te er sich nun auf den geöffneten Raum an. Ro- berta gab ihm Feuerschutz, während er auf das riesige Loch zurannte, wo zuvor die Tür gewe- sen war. Die zwei Leibwächter des CEO hatten den großen Bürotisch als Schutzwall umfunktio- niert. Ihre Schüsse kamen dank Robertas De- ckungsfeuer nur sehr ungezielt. Jenkins schrie auf vor Schmerz. Robertas Schüsse setzten aus. Ajani war jedoch nah ge- nug, um die Barrikade mit einem großen Satz zu überwinden. Mit animalischer Präzision zer- fetzten seine Krallen die Panzerung, sowie den Brustkrob des ersten Bodyguards, um mit einer Drehung um die eigene Achse, noch in der glei- chen Bewegung die, eilig auf ihn gerichtete, Waffe des zweiten Bodyguards aus dessen Hand zuschlagen, bevor er abdrücken konnte. Mit gefletschten Zähnen warf sich Ajani nun auf ihn und versenkte sie in dessen Kehle. Als sich Ajani um den in Shockstarre verharr- ten CEO kümmerte und ihn fesselte, wurde ihm seine Umgebung wieder gewahr. Er sah, dass Dom Jenkins in den Arm gebissen hatte und da- mit nicht genug, er biss Jenkins an jede Stelle, die er erreichen konnte. Jenkins riss sich von ihm los und starrte entsetzte auf den Waschbä- renbeta, der mal ihr Kamerad gewesen war. Jetzt zog Dom sein Diamond Knife und warf es nach Roberta. Noch immer irritiert, fehlte ihr der nötige Reflex, sodass es sich tief in ihr Bein grub. Roberta biss die Zähne zusammen und ignorierte es einfach. In Doms Augen fehlte 3jeglicher Ausdruck. Dom stürzte sich auf Ro- berta und versuchte sie jetzt mit bloßen Hände umzubringen. Er wirkte wie ferngesteuert. Ro- berta versuchte den wild um sich schlagenden und schnappenden Dom auf Abstand zu halten. „Jenkins, was ist mit ihm?“ rief sie. „Keine Ahnung, vielleicht hat sein Verhalten etwas mit den Neurostimulazien zu tun, die un- ser Gorilla erwähnt hatte. Das könnte auch er- klären, wie der Wachmann wieder aufstehen konnte.“ „Und was machen wir jetzt mit ihm?“ „Stellt ihn ruhig,.Fesselt ihn“ , sagte Ajani. Vom Ende des Ganges erklang ein bekanntes „Kling“, das die Ankunft eines Aufzugs vermel- dete. Das darauf folgende laute Stampfen lies nichts gutes erahnen. „Beeilt euch, Mädels. Wir bekommen gleich Be- such. Ich rufe jetzt Boris, ich will unsere Gäste nur ungern begrüßen!“ rief Ajani. „Boris!“ „Ja, Captain.“ „Planänderung: Wir können nicht zum Haupteingang zurück. Die Collectors sind im Weg, Roberta ist verletzt und Dom...Dom ist auch verletzt. Kannst du uns direkt aus dem Büro des CEOs abholen? Flieg zur Rückseite des Gebäudes und versuch die Wand einzuschie- ßen. Beeil dich!“ „Verstanden, Captain.“ „Geschafft!“ rief Roberta und Jenkins stieß den am Boden liegenden Dom prüfend mit der Fuß- spitze. Er zappelte, konnte sich allerdings in seinen Fesseln nicht weiter bewegen. „Gut. Dann nichts wir raus hier! Packt Dom, ich hab den CEO“, kommandierte Ajani. „Kann los gehen Captain“, kam Boris Stimme, „seid ihr alle weit genug von der Wand weg?“ Sie zogen sich aus dem Büro zurück. „Ja, Feuer!“ Ein lautes Krachen. Boris war dabei die Wand zu durchbrechen. Ein weiteres Explosiv traf die Wand. Und noch eins. Dann sahen sie den blau- en Himmel durch das runde Loch in der Wand und selten hatte es draußen so schön ausge- schaut. Das Shuttle schwebte neben dem neugeschaffe- nen Ausgang und die Justifiers kletterten so schnell es halt ging mit einem gefesselten, be- sessenen Kameraden, einem Bisonbeta mit ver- letztem Bein und einer sich sträubenden Gei- sel. Endlich waren alle drinnen und Boris schal- tete auf Höchstgeschwindigkeit. Sie lebten. Doch Ajanis Freunde wurde erheb- lich gedämpft, als er auf Dom schaute. Hoffent- lich konnte er geheilt werden. Und Ajani fragte sich, wozu waren diese Collectors noch fähig?

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